Pons Aeni
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PONS AENI - PONTE AONI - AD ENVM - STATIO ENENSIS
Viele Namen für den gleichen Ort: Pfaffenhofen am Inn ? nein !! Das Rätsel ist endlich gelöst !!
Auf den Spuren der Straßen-, Zoll- und Militärstation, nördlich von Rosenheim am Inn.
Fünfhundert Jahre gehörte der bayerische Süden, das Land zwischen Alpen und Donau, zum römischen Imperium.
Der Inn bildete die Grenze zwischen den Provinzen Raetien im Westen und Noricum im Osten.

- Ausschnitt aus der "Tabula Peutingeriana" einer römischen Straßenkarte aus dem 3. Jhd. (AD ENUM ist mit gelben Pfeil gekennzeichnet)
Das Wegkreuz verband zunächst Iuvavum (Salzburg) mit Cambodunum (Kempten), später mit Augusta Vindelicum (Augsburg) und Veldidena (bei Innsbruck) mit Castra Regina (Regensburg).
Die Brücke über den Inn verband aber nicht nur die Fernstrasse sondern auch zwei Orte !
Die auf einer Niederterasse des Inn, in der Provinz Raetia gelegene Siedlung PONS AENI, mit der auf dem rechten Innufer in der Provinz Noricum gelegenen Siedlung AD ENVM.
Der Innübergang war auch Strassenstation der Beneficiarier und Zollstation des Illyrischen Zollbezirkes. Die Zollstation - STATIO ENENSIS - befand sich in der norischen Siedlung AD ENVM.
Im heutigen Rosenheimer Stadtteil Westerndorf St. Peter und im benachbarten Pfaffenhofen am Inn arbeiteten ab dem 2. Jhd. n. Chr. große Töpfereiwerkstätten die Terra Sigillata und andere Tonwaren produzierten. Die Funde die sich heute über diese beiden Orte erstrecken, war in der Antike eine zusammenhängende Siedlung - PONS AENI -
Wir können annehmen, daß die Siedlung PONS AENI von der aus die Wege in alle vier Himmelsrichtungen führten, einen Hafen besaß. Denn die Römer nutzten den Inn als Wasserstraße und sie dürften auf ihr die Terra Sigillata bis Pannonien und Dacien (Ungarn und Rumänien) verschifft haben.
Diese strategische Bedeutung führte zur Errichtung eines Militärlagers.
In den Jahren 1967-1974 wurden in Pfaffenhofen am Inn, nördlich von Rosenheim, Grabungen der Prähistorischen Staatssammlung München durchgeführt. Es wurden nicht nur Siedlungsreste und Terra Sigillata Manufacturen, die durch frühere Grabungen schon bekannt waren, freigelegt, auch die Lage des Spätrömischen Kastells, sowie ein 25m langes Speichergebäude aus Tuffsteinquadern, konnten nachgewiesen werden. Außerdem wurde am gegenüberliegenden Innufer, in Mühltal, ein Mithrasheiligtum ergraben. Die Funde belegen hier die Mithras Verehrung vom 2. bis Anfang des 5. Jhd. .

- Modell des Mithräum von Mühltal
Auf Grund dieser Tatsachen reifte in einigen Mitgliedern des Vereins der Entschluss, sich mit der mittleren und späten römischen Kaiserzeit intensiver zu beschäftigen.
Nach über einem Jahr eingehender Recherche über das Aussehen, die Kleidung und Bewaffnung des Spätrömischen Heeres, stießen wir in der "Notitia Dignitatum" auf die beiden Einheiten die hier im 3./4. Jhd. n. Chr. stationiert waren und deren Schildbemalungen.
Bevor sie nach Faimingen abkommandiert wurden, waren hier in Pons Aeni eine Abteilung der " Equites Stablesiani Iuniores " stationiert, sowie eine Infanterie Einheit der wir unsere Aufmerksamkeit geschenkt haben und deren Schildbemalung im Bild unten links zu sehen ist.

- Quelle: Notitia Dignitatum
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